Vorher - Nachher Bilder
Patienteninformationen über die Faltenunterspritzung und die Lippenkorrekturen
In den vergangenen Jahren, Jahrzehnten sind mehrere, lokal injizierbare Füllmaterialien für die Glättung von altersbedingten Gesichtsfalten, für kleinere Veränderungen der Gesichtskonturen sowie für die Vergrößerung schmaler Lippen entwickelt worden. Sie sind einfach in ihrer Handhabung und zeigen nach einer kurzen ambulanten Behandlung sofort ein sehenswertes Ergebnis, die Patienten müssen keinen Arbeitsausfall in Kauf nehmen.
Die Injektionsbehandlung kann in verschiedenen Gesichtsbereichen angewandt werden:
- senkrechte Falten zwischen den Augenbrauen, Stirnfalten
- Krähenfüsse am äußeren Augenwinkel (nur in gewissen Fällen)
- altersbedingte feine senkrechte Falten an der Unter- oder Oberlippe
- Ausschneiden von Aknenarben oder eingesunkenen Narben anderen Ursprungs
- aLippenvergrößerung (Lippenaufspritzung)
- Kinnvergrößerung, Verschönerung des Jochbeinbogens
Arten von Füllmaterialien
Nicht permanente Füllmaterialien mit temporärer Wirkung, die Behandlung muss nach einem halben bzw. nach einem Jahr wiederholt werden.
Zu dieser Gruppe gehören Kollagen, Mittel auf der Basis von Hyaluronsäure, Milchsäure und Dextranderivate sowie resorbierende Polyacrylamid-Verbindungen. Die Wirkungsdauer reicht von einigen Monaten bis zu fünf Jahren. Das Kollagen ist ein tierisches Eiweiß, die anderen sind Kunststoffe. Ihr Vorteil besteht darin, dass die Möglichkeit bleibender Probleme außerordentlich gering ist. Ihr Nachteil ist, dass die Behandlung zur Aufrechterhaltung des Ergebnisses materialbedingt von Zeit zu Zeit wiederholt werden muss.
Ihre Anwendungsbereiche sind in erster Linie die Behandlung von oberflächlichen Falten und die Lippenauffüllung.
Die Lippenvergrößerung gehört zu den typischsten Behandlungen
Permanente Präparate mit jahrzehntelang andauernder Wirkung
PMMA, HEMA, Präparate mit Polyacrylamidgehalt. Ihre Wirkung basiert darauf, dass einerseits ihr resorbierender Wirkstoff die Faserbildung im umgebenen Gewebe stimuliert, andererseits die nicht resorbierende Komponente eine unmittelbare Volumenerhöhung erzielt.
Da die Überkorrektur bei diesen Materialien nicht wünschenswert ist, führen wir eher Unterkorrekturen durch und ergänzen die Behandlung drei Monate nach der ersten Behandlung.
Bei den permanenten Präparaten muss berücksichtigt werden, dass sich das Gesicht, die Falten mit zunehmendem Alter ständig verändern und die jetzt injizierten permanenten Präparate nach Jahrzehnten eine unvorteilhafte Erscheinung sehen lassen können.
Deswegen ist es empfehlenswert, diese Materialien vielmehr zur Modellierung der Gesichtskontur bzw. zur Unterpolsterung von Furchen an unbeweglichen Gesichtspartien anzuwenden.
Der Eingriff
Die vorstehend aufgeführten Materialien werden mit Injektionstechnik, mit Hilfe einer sehr dünnen Nadel in die Haut oder Unterhaut des zu behandelnden Areals injiziert. Die Betäubung kann mit einem 20 bis 30 Minuten vor der Behandlung aufgesetzten Pflaster mit Betäubungssalbe, bei der Behandlung von tieferen Falten und der Lippenmodellierung mit Lokalanästhesie durch gezielte Injektion erfolgen. Die Behandlungsdauer beträgt je nach Areal 10 bis 40 Minuten. Das Ergebnis ist nicht sofort sichtbar, da die nach dem Einstich entstandene Schwellung – vor allem im Fall von Lippenvergrößerung – irreführend sein kann. Nach 2 bis 3 Tagen verschwindet die Schwellung und die kurz nach der Behandlung sichtbare Volumenerhöhung kann sich nicht selten um 30 bis 40 Prozent verringern.
Stets können Hautrötung, leichte Schmerzen, gelegentlich Hautverfärbung und Juckreiz an der Behandlungsstelle auftreten. Diese Symptome gehen schnell, im Allgemeinen innerhalb von 12 bis 48 Stunden vorüber, allerdings können an der Behandlungsstelle 2 bis 3 Tage lang vorübergehend leichte Schwellungen vorkommen. Die Schwellung kann insbesondere nach der Lippenvergrößerung bedeutend sein, hier können – hervorgerufen durch kleine Blutunterlaufungen – selten auch lila oder gelbe Verfärbungen auftreten, die innerhalb von 1 bis 2 Wochen verschwinden. Folglich ist das Ergebnis der Lippenvergrößerung erst nach etwa einer Woche sichtbar und solange können auch kleinere Unebenheiten auf den Lippen vorkommen.
Risiken
Allergische Reaktionen, die zu örtlichen Schwellungen, Hautrötung, Empfindlichkeit führen, können bei allen vorstehend aufgeführten Materialien auftreten. Auch die Infektion mit hauteigenen Bakterien, verursacht durch die Injektion, ruft ähnliche Symptome hervor. Im Rahmen einer entsprechenden Nachbehandlung sind beide Komplikationen gut heilbar. Einige Jahre nach der Behandlung kann es in einigen Prozenten an der Materialstelle zur Knotenbildung kommen. Dies wird selten sichtbar, aber es kann auch so – insbesondere auf den Lippen – störend sein, in schweren Fällen kann eine chirurgische Entfernung notwendig werden. Im Fall von Herpes-Anamnese besteht die Gefahr, dass der Nadeleinstich eine erneute Herpeserkrankung hervorruft. Die Einnahme von Aspirin oder Mitteln mit ähnlicher Wirkung kann die Hämophilie verstärken, an der Einspritzstelle Hämatome (Blutunterlaufungen) verursachen.
Bei der Behandlung mit abbaubaren, also temporären Füllstoffen kann es wegen individuellen Gegebenheiten des Bindegewebes vorkommen, dass das Material schneller resorbiert als erwartet.
Nach den Behandlungen sollte Folgendes eingehalten werden:
Die behandelten Areale müssen einige Tage lang geschont werden, Massagen, kosmetische Behandlungen, Anwendung von Salben sind verboten. Übermäßige Mimik, vieles Reden, starkes Kauen sind zu vermeiden. Die behandelten Areale zu sonnen, künstlicher Sonne oder großen Temperaturschwankungen auszusetzen, ist bis zum Verschwinden der Schwellung und Hautrötung ebenfalls schädlich.
Nicht empfohlen ist die Behandlung:
- Im Fall von bekannter Allergie gegen den Wirkstoff
- Im Fall von vorhandenen Hautkrankheiten, Herpes
- Im Fall von schweren Allergieanamnesen
- Im Fall von Autoimmunerkrankungen
- Bei Einnahme von Blutgerinnungshemmern (Aspirin, Heparin, Syncumar usw.).
