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Patienteninformationen über die Brustverkleinerungs-OP
Das Gewicht der großen Brüste dehnt die Haut und das Bindegewebe, wodurch sie abhängen. Bei großen Brüsten ist die Bruststraffung allein für die Korrektur der hängenden Brüste nicht ausreichend, weil die schwere Brust nach einigen Monaten aufs Neue abhängt. Um dies zu verhindern, muss ein Teil des Gewebes entfernt werden, damit die Haut bzw. die Operationsnarben das Gewicht der Brust tragen können. Durch die gleichzeitige Straffung der verkleinerten Brüste wird die Ästhetik der Brust dauerhaft verbessert.
Am häufigsten nehmen wir den Eingriff nur bei voll entwickelten Brüsten vor – im Allgemeinen ab dem 16. Lebensjahr. In ganz besonderen Fällen – extreme Größe, unerträgliche Maße – auch früher. Die Operation kann nur in Narkose durchgeführt werden.
Da bei der Operation auch ein Teil des Drüsengewebes und der Milchwege entfernt werden muss, wird die Fähigkeit zum Stillen gewiss abnehmen, aber nicht völlig vergehen.
Operative Einschnitte: Hautschnitt um die Brustwarze herum, bogenförmiger Quereinschnitt an der Hautfalte unter der Brust sowie senkrechter Einschnitt unter dem Brustwarzenhof als Verbindung der beiden Hautschnitte. Die unterschiedliche Heilung der drei Hautschnitte ergibt sich aus der unterschiedlichen Hautbeschaffenheit der jeweiligen Einschnittstellen. Die dünne, feine Haut um den Brustwarzenhof herum heilt mit einer feineren Narbe als die dickere Haut unter der Brust. Wer sich also einer solchen Operation unterzieht, muss entscheiden, ob ihn mehr seine großen hängenden Brüste oder die nach der Operation in jedem Fall in gewissem Maße sichtbaren Operationsnarben stören.
Die zu entfernende Gewebemenge wird anhand von Messungen vor der Operation nach den Markierungen auf der Haut festgestellt. Nach Entfernung der überschüssigen Haut wird ein Teil des Drüsengewebes – im Fall von asymmetrischen Brüsten an beiden Seiten in unterschiedlicher Menge – entfernt und das Restgewebe wird mit sich selbst auflösenden Nähten halbkugelförmig geformt. Bei bestimmten Asymmetrien wird eine Verkleinerung nur auf der einen Seite vorgenommen und an der anderen Seite wird die Brust nur gestrafft. Je größer die Brust, desto schwieriger ist es, die Brustwarze und den Brustwarzenhof in die richtige Höhe zu bringen. In gewissen Fällen kann dies zur bedeutenden Verringerung, allfällig zum Verlust der Fähigkeit zum Stillen führen und auch Quelle für Komplikationen sein. Die Verkleinerung des Brustwarzenhofs ist ungefährlich. Die Hautschnitte werden mit in der Unterhaut und in der Haut verlaufenden, von außen nicht sichtbaren Nähten verschlossen, die später komplett entfernt werden. Nach der Operation muss eine Nacht im Krankenhaus verbracht werden.
Die Nähte werden in zwei Teilen, am Ende der ersten bzw. zweiten Woche nach der Operation entfernt. Um die Wundlinien zu entlasten, ist es unbedingt notwendig, mindestens sechs Wochen lang, davon vier Wochen lang Tag und Nacht, später nur tags, einen Büstenhalter zu tragen. Das Armheben, das Autofahren und sonstige körperliche Anstrengungen sind zwei Wochen lang nicht gestattet. In den ersten sechs Wochen sollten die Narben nicht der Sonne ausgesetzt werden und auch Solarien sollten gemieden werden.
Die Heilung hängt in hohem Maße von der individuellen Veranlagung ab. Die allfällig dicken, auffälligen Operationsnarben können, wenn sich ihr Zustand auch nach Monaten nicht verbessert hat, im Rahmen einer späteren Operation korrigiert werden. Narbenkorrekturen dürfen frühestens ein Jahr nach der Operation vorgenommen werden!
Grundsätzlich birgt jeder chirurgischer Eingriff gewisse Risiken, so können auch nach der Brustverkleinerung Komplikationen (Blutung, Infektion, Wundheilungsstörung) auftreten (2 bis 4%). Je größer die zu operierende Brust ist, desto häufiger (20 bis 40%) kommt es vor, dass im Brustgewebe, entlang des Nahtverlaufs Fett abstirbt, was zum Abfluss von Sekret führt. Innerhalb einiger Wochen verheilt dies spontan und erfordert keine besondere Behandlung. Häufiger als bei kleinen Brüsten kann es bei großem Busen zur Narbenöffnung, eventuell zum Absterben der Haut kommen, was aber sehr selten ist (1 bis 3%). Diese Komplikationen verheilen bei entsprechender Behandlung ebenfalls spontan und erfordern keinen weiteren chirurgischen Eingriff, wobei gewöhnlich breite, allfällig dicke Narben zurückbleiben. Eine vorübergehende Gefühlsstörung der Warze und des Warzenhofes kann in einem Ausmaß und einer Häufigkeit parallel zur Brustgröße vorkommen. Das Ausmaß der Gefühlsstörung kann von der totalen Gefühllosigkeit bis zur leichten Taubheit reichen. In den meisten Fällen ist das Gefühlsvermögen nach einigen Wochen, eventuell Monaten allmählich wiederhergestellt. Es kommen jedoch auch dauerhafte Gefühlsstörungen vor.
Häufige Körpergewichtsschwankungen und das Rauchen sollten nach der Brustverkleinerung vermieden werden. Im Fall von größeren Brüsten ist das ständige Tragen eines Büstenhalters empfehlenswert, damit die abermalige Ausdehnung der Haut und so die Notwendigkeit eines neueren Eingriffs so spät wie möglich eintritt. Beim Sporttreiben muss stets ein Büstenhalter getragen werden!
